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Kinderbücher – eine Erfolgsgeschichte für die ganze Familie

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Da sie die Pandemie überwiegend zuhause verbrachten, haben sich Kinder und ihre Eltern in die wunderbare Welt der Bücher vertieft. Und laut Brancheninsidern deutet alles auf eine rosige Zukunft für den europäischen Kinderbuchmarkt hin.

Während gute Nachrichten in den letzten Jahren dünn gesät waren, kann sich die florierende Welt des Buchs durchaus sehen lassen, insbesondere im Kinderbuchsegment. 

Es kann sogar sein, dass es ihr noch nie so gut ergangen ist wie in den vergangenen zwei Jahren. 

„Wir haben ein starkes Wachstum erlebt“, berichtet Penny Thomas vom britischen Kinderbuchverlag Firefly. „Die Kinder konnten lange Zeit weder zur Schule gehen noch sich mit ihren FreundInnen treffen. Also lasen sie Bücher. Ich glaube, es sind jetzt viel mehr Menschen davon überzeugt, dass Bücher für Kinder sehr wichtig und auch für ihre geistige Gesundheit gut sind. Denn in dieser Zeit hatten sie wenigstens die Möglichkeit, von Dingen zu lesen, wenn sie schon nicht rausgehen und sie selbst tun konnten.“ 

Friederike Fuxen, Rights Director bei dem auf Kinderbücher spezialisierten deutschen Loewe Verlag, teilt diese Auffassung. Sie erklärt, dass der Markt „enorm“ zugelegt hat, seit die Welt von Covid heimgesucht wurde. „Ich arbeite seit zehn Jahren im Verlagswesen und habe noch nie eine Zeit wie die letzten 18 Monate erlebt“, berichtet sie.

Diese positive Wende ist ihrer Meinung nach teilweise auf die erneuerte Wertschätzung der „Märchenstunde“ als Familienaktivität zurückzuführen. „Eltern lesen ihren Kindern vor und verbringen schöne Stunden mit ihnen“, erläutert sie. „Ich glaube auch, dass Eltern Bücher als eine wertvolle Beschäftigungsmöglichkeit für ihre Kinder betrachten.“ 

In Finnland hat Saara Tiuraniemi, die bei dem bekannten Kinderbuchverlag Tammi arbeitet, beobachtet, dass auch Gutenachtgeschichten plötzlich wieder an Beliebtheit gewinnen. „Diese Tradition war in Finnland im Aussterben begriffen – der Prozentsatz der Familien, in denen Gutenachtgeschichten vorgelesen werden, war von 75 auf 30 Prozent gefallen. Doch jetzt wollen die Menschen wieder miteinander Zeit mit Büchern verbringen und diese im Familienkreis lesen.“ 

Kinder haben hohe Standards 

Die Welt der Kinderbücher hat noch nie so lebendig ausgesehen – und nicht nur aus der Perspektive des Vertriebs. Angesichts einer scheinbar endlosen Palette von Farben, Papieren und Oberflächen sind viele der heutigen Kinderbücher ebenso sehr „Kunstwerke“, wie sie Lesematerial sind. 

„Kinder lieben Bücher, die wirklich schön sind“, berichtet Penny Thomas vom Firefly-Verlag. „So enthielten beispielsweise Bücher für die Altersgruppe 8–12 früher nur selten Illustrationen, aber jetzt haben Kinder wirklich Freude an schönen Schwarz-Weiß-Illustrationen mit Zusatzmerkmalen wie farbigem Schnitt und Prägedruck. Kinder haben sehr hohe Standards.“ 

Tiuraniemi weist auf den Erfolg der neuen Editionen der Harry-Potter-Bücher des Grafikdesignstudios MinaLima als weiteres Beispiel hin (Tammi war mit der Übersetzung von J.K. Rowlings Klassikern ins Finnische beauftragt worden). „Sie sind echte Schätze“, erklärt sie. „Wunderschön und sammeltauglich.“ 

Es ist ein Trend, der sich auch in prächtigen Bilderbüchern – „wortlosen Büchern“, wie sie oft genannt werden –, manifestiert. Hier werden die LeserInnen ermutigt, ihre Vorstellungskraft zu nutzen, um die Geschichte auszugestalten. Fuxens Verlag veröffentlicht eine Sonderform dieses Formats – ein Sortiment an Büchern, die zu 90 Prozent aus Bildern und zu 10 Prozent aus Wörtern bestehen. Der Text dient dabei lediglich dazu, das auszudrücken, was mit Illustrationen nicht ausgedrückt werden kann. „Es sind keine Comics oder Bildromane – obwohl diese sehr beliebt sind“, erklärt sie. „Es ist eine Möglichkeit, den Textanteil zu verringern, um bei Kindern das Interesse am Lesen zu wecken.“ 

Drachen, Gespenstergeschichten und Sachbücher 

Ein Trend, bei dem Tiuraniemi eine Steigerung beobachtet hat, sind Bücher mit einem Hauch von Nostalgie – Eltern und Großeltern wollen ihren Kindern und Enkeln Bücher vorlesen, die bei ihnen selbst eine Saite zum Schwingen bringen. Verkaufsschlager sind in Finnland neben modernen und altbewährten Klassikern wie der Harry-Potter-Reihe und den Fünf Freunden aktuell Sammlungen von Geschichten, die in den 50er- und 60er-Jahren beliebt waren. „Großeltern wollen ihre Enkel an Geschichten teilhaben lassen, die ihnen in ihrer eigenen Kindheit vorgelesen wurden“, erklärt Tiuraniemi. 

Als weitere beliebte Themen nennen die drei Insiderinnen der Buchbranche Magie, Drachen, Skandinavienkrimis, Gespenstergeschichten, Aktivitätsbücher und Humor. Fuxen, deren Verlag auch bei Kindersachbüchern Rang und Namen hat, berichtet davon, wie sie zu ihrer Überraschung feststellte, dass ein Buch aus ihrem Hause über Bakterien und Mikroorganismen seit Anfang 2021 ein Bestseller ist. „Damit hätte man vor drei Jahren niemals gerechnet“, erklärt sie, „aber Kinder interessieren sich für alles, von kleinen bis zu großen Themen, und sie gehen gerne sämtliche Fakten mit ihren Eltern durch.“ 

Laut Penny Thomas sind die Kinder von heute möglicherweise mehr als je zuvor auf Bücher eingestimmt – was sich auch in dem gestiegenen Absatz von Büchern zeigt, die eine bunt gemischte Gruppe von Protagonisten mit unterschiedlichen Fähigkeiten sowie einen Fokus auf Nachhaltigkeit und Umwelt aufweisen. 

„Alles von dystopischen Romanen, in denen die Welt überflutet wird, bis zu Tiergeschichten“, berichtet sie. „Neulich veranstalteten wir ein Event auf dem literarischen Hay Festival in Wales, an dem 462 Kinder vor Ort und weitere 63 Schulen online teilnahmen. Sie alle saßen 40 Minuten lang da und hörten sich einen Vortrag über ein Buch namens ‚The Song That Sings Us‘ an, das einen wirklich starken ökologischen Schwerpunkt hat, und sie waren begeistert.“ 

Alles in allem summiert es sich zu etwas unglaublich Wichtigem, das wir möglicherweise Covid zu verdanken haben. Aber ist es womöglich nur ein kurzzeitiges Phänomen? Wird der Aufschwung bei Hörbüchern und E-Books (plus nicht-literarischen Medien wie Netflix und TikTok) schon bald das Ende des gedruckten Buchs bedeuten? 

Unsere drei Branchenexpertinnen glauben das nicht. In vielen Fällen, so sagen sie, kaufen Kinder (oder wahrscheinlich eher ihre Eltern) sogar dieselben Bücher immer und immer wieder in mehreren Formaten. 

„Ich glaube, Bücher kommen so schnell nicht aus der Mode“, erklärt Tiuraniemi. „Wenn man sich eine Fernsehserie oder einen Kinofilm anschaut, kann man eine Zeitlang eine andere Welt betreten, und das ist toll – aber beim Lesen eines Buchs befindet sich diese Welt in dir selbst.“ 

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„Kinder interessieren sich für alles, von kleinen bis zu großen Themen, und sie gehen gerne sämtliche Fakten mit ihren Eltern durch.“