Einer der Gründe, der es ermöglichte, die Projektanforderungen für das Høyt Under Taket zu erfüllen, war der kollaborative und offene Gestaltungsansatz eines Teams, das sowohl eine Leidenschaft für Holz als auch für innovative Lösungen teilt. Die Architektur wurde von Bård Stangnes, Senior Architekt und Projektleiter bei Snøhetta, geleitet, während Sondre Dolsvåg, Ingenieur bei Degree of Freedom, für die Statik verantwortlich war. Die Tatsache, dass Sondre Dolsvåg selbst begeisterter Kletterer ist, lässt ihn das Projekt nach wie vor als ‚den perfekten fit‘ bezeichnen.
Ein weiterer Grund, warum das Endergebnis nicht nur optisch ansprechend ist, sondern auch in seiner Funktion überzeugt, ist der Einsatz von Sylva™ CLT Rippendecken und -dächern. Unsere fertig abgebundenen Rippendecken, die montagefertig auf der Baustelle ankommen, waren die logische Lösung für zwei Bereiche im Gebäude, bei denen lange Spannweiten und viel Raum eine besondere Herausforderung darstellten. Das Konzept, mit Hilfe von Rahmen das ‚Höhlengefühl‘ in der Haupthalle zu erzeugen, hatte Auswirkungen auf die Decke und begrenzte in den meisten Teilen des Gebäudes die Spannweiten auf sechs Meter. Die nachstehende Abbildung gibt einen Überblick darüber, wie sich diese massiven CLT-Rahmen in das Gebäude einfügen.
Illustration: ©Degree of Freedom
Eine Ausnahme von den sechs Metern Spannweite bildet die höchste Decke des Gebäudes, die sich ganz hinten im Kletterbereich befindet: Sie hat eine Spannweite von neun Metern.
Eine weitere Herausforderung mit langer Spannweite für das Team, war die Zwischenebene über dem Empfangsbereich, die beachtliche 12,50 Meter hoch ist. Beide Bereiche sind in der Abbildung unten hervorgehoben.
Illustration: ©Degree of Freedom
Warum Sylva CLT Rippendecken die richtige Wahl waren…
Sondre Dolsvåg erklärt, warum Sylva CLT Rippendecken für diese Bereiche ideal geeignet waren: „Das wichtigste architektonische Merkmal dieses Gebäudes sind die massiven CLT-Rahmen, die den Raum umschließen. Ihre Geometrie ändert sich mit jeder Rasterlinie, um den Nutzern das Gefühl zu vermitteln, in einer Höhle zu klettern. Die Rahmen folgen einer bestimmten Rasteranordnung mit einer jeweils einzigartigen Geometrie, um dieses Gefühl zu erzeugen. Das konnten - und wollten - wir nicht verändern.“
„Der Grund, warum wir Sylva CLT Rippendecken bei der hohen Decke eingesetzt haben, ist der Abstand zwischen dem letzten und dem vorletzten Rahmen. Diese Spannweite ist im Vergleich zu den anderen Decken größer.
„Dann gibt es noch die Zwischenebene über dem Eingangsbereich des Gebäudes. Auch hier haben wir eine große Spannweite. Sie ist 12,50 Meter und reicht von der Außenwand bis zur zentralen Achse des Gebäudes.“
…und warum andere Lösungen nicht infrage kamen…
Obwohl Holz vom Auftraggeber als grundlegendes Material vorgegeben war, gab es innerhalb dieser Vorgabe verschiedene mögliche Ansätze. Für die konstruktiven Elemente der beiden Bereiche im Kletterzentrum, die zur Diskussion standen, wurden kurzzeitig auch andere Optionen in Betracht gezogen.
„In der Anfangsphase haben wir bis zu drei Alternativen geprüft“, fährt Sondre Dolsvåg fort, „aber das hätte man mit ‚reinem CLT‘ nicht geschafft, selbst wenn man es gewollt hätte. Ich glaube nicht, dass wir CLT in einer solchen Stärke hätten herstellen können, um diese Spannweite tatsächlich zu überbrücken. Es wäre so ineffizient im Materialeinsatz gewesen, dass es überhaupt keinen Sinn ergeben hätte.
„Eine andere Alternative war ein eher ‚traditionelles‘ Holzbausystem, bei dem man tragende Balken hat und CLT quer zwischen diesen Trägern spannt. An beiden Seiten der Träger braucht man entweder Stützen oder eine tragende Wand. Bereits ein oder zwei Wochen nach Beginn der Gespräche konnten wir schon Sylva CLT Rippendecken vorschlagen. Es schien für dieses Projekt die naheliegendste Lösung zu sein. Wir haben an dieser Stelle dann auch nicht allzu viel Zeit verloren, um diese Entscheidung zu treffen.“
Eine Frage der Effizienz
Høyt Under Taket war das erste Projekt, bei dem sowohl der Architekt als auch der Ingenieur, trotz ihrer langen Erfahrung beim Bauen mit CLT, unsere Sylva CLT Rippendecken eingesetzt haben. Sowohl Sondre Dolsvåg als auch Bård Stangnes, waren von der Materialeffizienz für die anstehende Herausforderung überzeugt.
„Wir hatten in der Mitte des Gebäudes ein Sechs-Meter großes Raster, aber die Idee war, es am Ende zu verbreitern, um einen zusätzlichen Kletterweg zu ermöglichen“, sagt der Architekt. „Die Erweiterung der Spannweite auf neun Meter erhöhte die Anforderungen an die strukturelle Last und Durchbiegung, sodass wir eine effizientere Lösung benötigten. Hier kamen Sylva CLT Rippendecken ins Spiel - dies ermöglichte uns, die Distanz ohne zusätzliche Träger zu überbrücken.
„In gewisser Weise mussten wir also mit einem strukturellen Raster und gleichzeitig mit einem Klettersteigraster arbeiten. Wir haben unsere Struktur dort platziert, wo sie statisch sinnvoll war, aber auch dort, wo sie zur benötigten Kletterbreite passte.“
Platz sparen und die Ästhetik bewahren
Neben der Effizienz und der Tragfähigkeit brachte der Einsatz von Sylva CLT Rippendecken einen Vorteil mit sich, der für ein Kletterzentrum besonders wichtig ist: jeder Raum, der durch konstruktive Elemente blockiert wird - selbst im Deckenbereich - ist verschwendeter Raum. Auch deshalb wurde die ‚Trägeralternative‘ schon früh aus dem Konzept ausgeschlossen.
„Im hinteren Teil des Gebäudes kann man sehen, dass die Kletterwände bis zu den Rippen reichen“, sagt Sondre Dolsvåg und verweist auf die Abbildung unten. „Das war die Überlegung: Hätten wir sehr große Träger zur Unterstützung der Dachelemente eingeführt, wären wir in die Kletter- und Sicherheitszonen eingedrungen. Man hätte durch diese großen Träger - anstelle der vielen kleinen Rippen bei den Sylva CLT Rippendecken-Elementen - die letzten anderthalb Meter an Kletterhöhe verloren.“
Illustration: ©Degree of Freedom
Auch wenn sich unter der Zwischenebene keine Kletterer bewegen würden, war es dennoch ein wichtiger Aspekt in diesem relativ niedrigen Bereich Platz zu sparen.
„Die Alternative wäre gewesen, Träger zwischen den Wänden einzufügen und dann die Spannrichtung der Deckenelemente zu ändern. Aber die Höhe dieser Träger hätte vielleicht einen Meter, anstatt der nur einen halben Meter hohen Rippen, betragen. Man hätte so viel Raumhöhe im Empfangsbereich verloren.“
Der Eingangsbereich (siehe Bilder unten) bot dem Planungsteam zudem die Gelegenheit, bei den Details zusätzliche Ideen einzubringen. Nachdem man sich für Sylva CLT Rippendecken entschieden hatte, kam man auf die Idee, die Rippenkonstruktion zur Maximierung der Lüftungseffizienz zu nutzen. Durch die Zwischenräume zwischen den Rippen konnte die Luft effektiver in den Raum geleitet werden. Dadurch musste das Belüftungssystem nur auf einer Seite installiert werden, anstatt mit Lüftungsrohren in den Raum einzudringen und die Ästhetik des sichtbaren Holzes zu stören.
„Das war die beste Idee, die wir hatten, um die Struktur über die reine Tragfunktion hinaus zu nutzen“, sagt Sondre Dolsvåg. „Ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen.“
Ein reibungsloser Arbeitsablauf
Dieser kreative Prozess wurde durch die Tatsache begünstigt, dass das Planungsteam zwar zum ersten Mal mit Sylva CLT Rippendecken arbeitete, aber keine Stunden damit verbringen musste, etwas Neues über Brandschutz, akustische oder thermische Aspekte zu lernen. Ihre Erfahrung mit der Verwendung von CLT war völlig ausreichend. Auch die Verbindungen zwischen Sylva CLT Rippendecken und den Wänden erfolgten nach den Vorgaben von Stora Enso, wenn auch mit einigen kleinen Anpassungen, um den besonderen Anforderungen des Gebäudes gerecht zu werden.
Die Verwendung von fertig abgebundenem Holz bedeutet immer, dass der größte Teil der Arbeit im Vorfeld erledigt werden muss. Das Projekt Høyt Under Taket bildete da keine Ausnahme und das Team ist überzeugt von der besonderen Effizienz bei der Planung dieser beiden Gebäudeteile. Das Durchlaufen von Iterationen, um den optimalen Einsatz der Sylva CLT Rippendecken zu finden - Anzahl und Größe der Rippen, CLT-Stärke usw. - war ein unkomplizierter Prozess, sagt Sondre Dolsvåg.
„Wenn man die richtigen Schritte befolgte, war es ganz einfach. Es standen viele relevante Daten zur Verfügung. In der Vorbereitungsphase nutzten wir die Produkthandbücher und die Calculatis-Software von Stora Enso zur Bemessung. Bei der detaillierten Planung kam ein Finite-Elemente-Modell für die Analyse und Überprüfung der Holzstruktur zum Einsatz.“