Published 8 September 2025
Stora Enso ist führend auf dem Gebiet zirkulärer Holzprodukte und verwandelt recyceltes Holz in skalierbare Baulösungen.
Aus recyceltem Holz hergestelltes Brettsperrholz (CLT) ist längst kein Nachhaltigkeitsideal mehr – dank Stora Enso und dem Woodcircles-Projekt der EU ist zirkuläres CLT Realität. Die nächste Herausforderung besteht nun darin, es zu skalieren.
Ein Meilenstein im Woodcircles-Projekt der EU ist erreicht
Stora Enso hat mit der erfolgreichen Herstellung eines Master-Paneels aus CLT, das komplett aus recyceltem Holz besteht, ein wichtiges Etappenziel im EU-finanzierten Woodcircles-Projekt erreicht. Dieser im österreichischen Sägewerk Ybbs realisierte Erfolg steht für einen großen Schritt auf dem Weg zum zirkulären Bauen und zeigt das Potenzial von hochverarbeitetem Holz in Hochleistungsanwendungen.
Woodcircles ist eine vierjährige Initiative von Horizon Europe, an der 20 Partner in ganz Europa teilnehmen. Dabei wird untersucht, wie Holz wiederverwendet, neu konstruiert und wieder in Gebäude integriert werden kann, ohne die strukturelle Integrität oder Flexibilität des Designs zu beeinträchtigen.
Vom Abriss zum Demonstrationsgebäude
Der Prozess begann mit einer Charge recyceltem Holz des Projektpartners Enemærke & Petersen A/S, das in Ybbs, Österreich, zu Standardplatten verarbeitet wurde. In einem nächsten Schritt wurden die Platten sortiert, gehobelt und zu CLT-Lamellen verarbeitet – dünne Holzschichten, die in der Produktion von CLT verwendet werden. In Zusammenarbeit mit dem Dänischen Technological Institute (DTI) fertigte Stora Enso zwei CLT-Masterplatten in Originalgröße: eine komplett aus recyceltem Holz sowie eine Hybridplatte aus einer Kombination von recyceltem Holz und Frischholz.
Diese Platten bilden den strukturellen Kern eines modularen Demonstrationsgebäudes, das in unterschiedlichen Städten in ganz Europa immer wieder auf- und abgebaut werden soll. Sie sind der Beweis dafür, dass sich zirkuläres Bauen mit Holz in der Praxis umsetzen lässt.
„Der Prozess sah auf dem Papier unkompliziert aus, aber in der Praxis war es eine steile Lernkurve“, sagt Michael Harm, Projektleiter von Stora Enso für Woodcircles. „Es herrscht ein immer stärkerer Druck, von einer linearen auf eine zirkuläre Materialnutzung umzustellen, und dieses Projekt hilft uns, sinnvolle Schritte in diese Richtung zu unternehmen.“
Der Teufel steckt in den Mängeln
Die Platten stellen zwar einen technischen Erfolg dar, die Skalierung der Produktion bringt jedoch erhebliche Herausforderungen mit sich. Recyceltes Holz kann in seiner Qualität stark variieren, Verunreinigungen enthalten und ist nicht immer in der erforderlichen Menge oder Qualität verfügbar. Sortierung, Reinigung und Klassifizierung erfordern neue industrielle Prozesse sowie neue Akteure in der Lieferkette, die in der Lage sind, recyceltes Holz einheitlicher Qualität in großen Mengen an Hersteller wie Stora Enso liefern können.
„Das ist erst der Anfang“, bemerkt Harm. „Wir haben bewiesen, dass es möglich ist, aber um das Ganze skalierbar zu machen, sind Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich – von Abbruchverfahren bis hin zur digitalen Rückverfolgung der Materialherkunft.“
Das Projekt zeigt auch auf, wie wichtig branchenübergreifende Zusammenarbeit ist. Ingenieure, Architekten, Forscher und Hersteller müssen zusammenarbeiten, um geeignete Standards, Werkzeuge und Systeme zu entwickeln, die Zirkularität unterstützen, ohne dabei die Leistung zu beeinträchtigen.
Für Auf- und Abbau konzipiert
Die nächste Phase von Woodcircles fokussiert sich auf Design for Manufacture, Assembly, and Disassembly (Design für Fertigung, Montage und Demontage) – ein Konzept, das es ermöglicht, Gebäude mit minimalem Abfall abzubauen und wiederzuverwenden. Stora Enso entwickelt in Zusammenarbeit mit Waugh Thistleton Architects und anderen Partnern ein standardisiertes und komponentenbasiertes Massivholzbausystem, das über mehrere Lebenszyklen hinweg wiederverwendet werden kann.
“Von Oktober 2025 bis zum Frühjahr 2026 werden wir gemeinsam mit Stora Enso und anderen Konsortialpartnern sowie unter wertvoller Mitwirkung der Städte Turin, Rotterdam und Tartu das erste DFMAD-Demonstrationsgebäude aus wiederverwerteten CLT-Platten errichten. Das Demonstrationsgebäude wird hochwertige recycelte Holzwerkstoffe präsentieren und die Vorteile der Anpassungsfähigkeit und Wiederverwendbarkeit von Bausystemen aufzeigen. Nach seiner Fertigstellung wird das Gebäude durch die Partnerstädte touren und als mobile Ausstellung für zirkuläres Holzdesign dienen“, so Kirsten Haggart von Waugh Thistleton Architects.
Das Gebäude wird nicht nur zeigen, wie Materialen wiederverwendet werden können, sondern auch intelligente Überwachungssysteme integrieren, um Leistungsfähigkeit, Haltbarkeit und Umweltauswirkungen im Lauf der Zeit nachverfolgen zu können.
„Um zu zeigen, wie gut Upcycling-Konzepte von Holzabfällen funktionieren, haben wir unsere Reise in Dänemark begonnen, bevor sie uns nach Österreich geführt hat und durch die Zusammenarbeit mit unseren britischen Partnern fortgesetzt wurde. Ihren krönenden Abschluss wird sie mit Vorführungen in Turin, Tartu und Rotterdam haben. Dieses Pilotprojekt ebnet den Weg für unsere transformierende „Urban Sawmill“-Initiative und positioniert Woodcircles als ein Modell für die Zukunft des nachhaltigen Bauens“, sagte María Teresa López Bertani, Kommunikationsbeauftragte für Woodcircles.
Die Gebäude von morgen können in Teilen geliefert werden – und das immer und immer wieder.
Stora Enso’s Leistung beweist, dass Zirkularität im Bauwesen kein fernes Ideal ist – sondern eine praktische Herausforderung, die mit der richtigen Kombination aus Innovation, Zusammenarbeit und Beharrlichkeit bewältigt werden kann.
„Wir sind stolz, diesen ersten Schritt getan zu haben“, sagt Harm. „Aber die eigentliche Arbeit liegt noch vor uns – die Skalierung des Prozesses, die Optimierung der Technologie und der Aufbau eines Ökosystems, das den zirkulären Holzbau zur Norm statt zur Ausnahme macht.“
„Die Auswirkungen für den Massivholzsektor gehen weit über CO2-Bilanzen und Kohlenstoffspeicherung hinaus. Da die Nachfrage nach nachhaltigen Baumaterialien weiter steigt, stellt die Möglichkeit, Bauholz aus städtischen Umgebungen zurückzugewinnen – und somit Städte effektiv als Sekundärwälder zu nutzen – eine vielversprechende Lösung dar. Dadurch werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern die Wiederverwendung von Holz fördert auch die Artenvielfalt, da der Druck auf die Ökosysteme der Primärwälder sinkt. Projekte wie Woodcircles bieten einen Blick in eine Zukunft, in der Holzprodukte nicht nur nachwachsend, sondern auch wiederverwendbar sind“, erklärte Essi Laapas, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Stora Enso.
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